Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Akademische Sammlungen und Museen

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Meckelsche Sammlungen

Vorschaubild: Meckelsche Sammlungen

Die Meckelschen Sammlungen zu Halle (Saale) gehören zu den größten anatomischen Lehr- und Forschungssammlungen Europas. Sie wurden in der Mitte des 18. Jahrhunderts durch Johann Friedrich Meckel d. Ä. (1724-1774), dem Stammvater der berühmten Ärztefamilie Meckel, in Berlin begründet. Es entstanden hervorragende Präparate vor allem zur menschlichen Anatomie, darunter ein Trockenpräparat zur kompletten seitenverkehrten Lage der Brust- und Bauchorgane, Präparate zu Fehlbildungen sowie meisterliche Injektionspräparate zur Darstellung von Blut- und Lymphgefäßen. Philipp Friedrich Theodor Meckel (1755-1803) erbte die private Sammlung von seinem Vater, brachte sie mit seiner Berufung nach Halle und baute sie auf etwa 3500 Stücke aus. Die Präparate wurden im Riesenhaus, dem Wohnhaus der Meckels, untergebracht. Philipp Meckel wurde bereits mit 22 Jahren zum Professor für Anatomie, Chirurgie und Geburtshilfe ernannt. Er war nicht nur ein ausgezeichneter Anatom, sondern auch ein vortrefflicher Geburtshelfer und Chirurg. 1798 weilte er in St. Petersburg, um die Zarin Maria Feodorowna zu entbinden. Um 1800 erkrankte Philipp Meckel schwer. Er hatte eine stark vergrößerte Leber und starb am 17. März 1803. Zu Lebzeiten hatte er festgelegt, dass er nach dem Tod seziert, skelettiert und sein Skelett in einem Schrank aufgestellt wird. Er wurde somit zum Präparat seiner eigenen Sammlung. Das Skelett weist anatomische Besonderheiten auf, u. a. ein dreizehntes Rippenpaar sowie einen zusätzlichen Wirbel zwischen Brust- und Lendenwirbelsäule. Im Meckel-Schrank befinden sich des Weiteren noch der Schädel eines Sohnes aus zweiter Ehe sowie die Schädel zweier Enkelkinder. Diese Schädel zeigen eine persistierende Stirnnaht. Nach dem Tod des Vaters übernahm Johann Friedrich Meckel d. J. (1781-1833), der berühmteste der Anatomen-Familie Meckel, die Sammlung. Sie wurde von ihm ausgebaut und erreichte einen Umfang von 12000 Präparaten, darunter viele Präparate zu Fehlbildungen und zur vergleichenden Anatomie. Meckel d. J. ist der Begründer der Entwicklungspathologie. Er interpretierte als erster das Meckelsche Divertikel richtig und beschrieb das Meckel-Syndrom. Friederike Wilhelmine Meckel geb. v. Kleist (1789-1874), verkaufte nach dem Tod ihres Mannes die Sammlung für 25000 Taler an die Universität. Durch Umlagerungen gingen viele Präparate verloren und mussten durch neue ersetzt werden. Wertvolle Präparate zu Fehlbildungen und zur vergleichenden Anatomie haben sich zum Glück erhalten. Später sind viele neue anatomische Präparate, anthropologische Stücke wie Skelette und Schädel sowie die Wilhelm-Roux-Sammlung für Entwicklungsmechanik hinzugekommen. In den zurückliegenden Jahrzehnten entstanden zu einzelnen Sammlungsbereichen Dissertationen und zahlreiche Veröffentlichungen. Im Juni 2015 wurden die Sammlungen in das Verzeichnis "national wertvolles Kulturgut" aufgenommen.

Die Lehr- und Forschungssammlung kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Individuelle Gruppenanfragen sind möglich, momentan gilt hierbei coronabedingt eine Begrenzung der Teilnehmerzahl auf max. neun Personen. Öffentliche Führungen finden aufgrund der geltenden Regelungen bis Ende 2020 leider nicht statt.

Kontakt

Prof. Dr. Heike Kielstein
Claudia Steinicke M.A.
 
Institut für Anatomie und Zellbiologie
Große Steinstraße 52
06097 Halle (Saale)
Telefon: + 49 (0) 345 - 55 71712
E-Mail: meckelschesammlungen@medizin.uni-halle.de bzw. claudia.steinicke@medizin.uni-halle.de

 

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